Verschiedene Begegnungen in der Mongolei

Das Spannende am Reisen sind die unterschiedlichen Länder, Landschaften und Kulturen. Was eine Reise aber erst richtig interessant macht, sind die Begegnungen und Kontakte mit anderen Menschen! Besonders schön war zum Beispiel, dass wir die letzten beiden Wochen auf unserer Mongolei-Reise von Luisita, einer sehr guten Freundin aus Ecuador begleitet wurden. Immer wieder bereichernd sind die Kontakte mit anderen Reisenden. Im Norden haben wir beispielsweise am einsamen Khösgöl-See am Lagerfeuer unter dem Vollmond eine französische Familie mit zwei Kindern (6 Monate und2 ½ Jahre alt) kennen gelernt: Vor einem halben Jahr haben sie ihre erfolgreiche Firma in Frankreich verkauft. Mit dem Erlös haben sie sich einen zum Wohnmobil umgebauten alten Truck erworben, mit dem sie nun für 3 Jahre um die Welt reisen. Oder die vier Belgier, die wir zufällig immer wieder treffen, die mit 2 uralten 2CV-Fahrzeugen durch Kasachstan, Russland und die Mongolei tuckern.

Der Zufall wollte es, dass wir auch den einzigen Ecuadorianer, der in der Mongolei wohnt, kennen lernen durften. Seine Erfahrungen und Geschichten über den Alltag in der kältesten Hauptstadt der Welt gaben uns einen neuen Einblick in das Leben hier.

Die Kontakte mit den Mongolen waren ganz unterschiedlich: Am unangenehmsten sind ganz klar die ungewollten Begegnungen mit Betrunkenen, die sich aber fast nicht vermeiden lassen. (Leider ist Alkohol hier ein sehr verbreitetes Thema!) Diese Begegnungen sind nicht gefährlich, sondern einfach nur lästig. Ansonsten wirken die Mongolen auf uns eher zurückhaltend, aber hilfsbereit. Die Sprache ist sehr schwierig, und obwohl wir uns mit Händen und Füssen zu verständigen versuchen, kommt es immer wieder zu lustigen Missverständnissen: Als Veronica dringend eine Passkopie für unser China-Visum brauchte, ging sie in die nahegelegene Universität und fragte verschiedene Studenten nach „copy“, worauf sie immer wieder in die Cafeteria geführt wurde, da alle „Coffee“ verstanden haben. Oder nach dem „bezahlten Autostop“ (eine übliche Transportmethode) wollten wir gerne am Markt ausgeladen werden. Wir versuchten dies dem Fahrer und seinen beiden Begleiterinnen mit viel Zeichensprache klarzumachen. Sie lachten und gaben uns eindeutige Signale, dies verstanden zu haben. Als sie uns dann beim Busterminal abladen wollten, verstanden sie und wir die Welt nicht mehr – weitere Zeichensprache half nicht – und so sind wir dann halt vom Busterminal zum Markt gelaufen.

Betritt man die Jurte einer Nomadenfamilie, kriegt man als erstes immer etwas zum Essen und zu Trinken. Das ist anscheinend ein uraltes Gesetz. Man sitzt um den Ofen und versucht sich zu unterhalten, was aber nicht ganz einfach ist. Und obwohl die aufgetischten Speisen nicht unbedingt unserem Geschmack entsprechen und die Kommunikation stockt, sind dies immer wieder ganz spezielle Momente.

Eine Überraschung der besonderen Art erlebten wir, als wir am Flughafen von Khösgöl zwei Stunden festsassen, da unser Rückflug nach Ulan Bator umgebucht worden ist. Eine ortsansässige Mongolin, die wir beim Hinflug kennen gelernt haben, hat dies irgendwie mitgekriegt und ist von der Stadt extra zu uns zum Flughafen rausgefahren, um uns mit einem Zmittag zu überraschen, damit wir in diesen zwei Stunden nicht hungern müssen. Das war für uns Herzlichkeit in der reinsten Form!