Warum Indien?

Warum Indien?

Auf Umwegen zum Ziel

Ich wollte eigentlich gar nie nach Indien gehen! Es gibt Länder, von denen fühlt man sich wie magisch angezogen, nur schon wenn man deren Namen hört. Bei mir und Indien war das nie der Fall. Im Gegenteil, ich fühlte mich eher abgestossen und angewidert. Zu viel Negatives habe ich schon über dieses Land gehört, von Armut, Krankheit, Schmutz und Elend, und von Reisenden, die nach spiritueller Erfüllung suchten und geistig leer und entwurzelt wieder in ihre Heimat zurückkehrten. Also klare Sache: nichts für mich!

Die Magie Indiens

Vor drei Jahren besuchte meine Frau Veronica Indien. Zwar war sie nur gerade drei Wochen dort, aber die Begeisterung und die Fotos, die sie mit nach Hause brachte, waren ansteckend! Und da war auch dieser Freund, der vor sechs Jahren einmal Indien besucht hatte und mich seither bei jedem unserer Treffen mit Erlebnissen seiner Reise zugetextet hat. Und dann waren da noch… genau genommen waren es eigentlich ganz viele Leute, die allesamt in den höchsten Tönen von Indien schwärmten und phantastische Geschichten erzählten. Von verschiedenen Religionen, Kulturen, Farben und Düften… kurz gesagt: Von der Magie Indiens! Warum also nicht die alten Vorurteile über den Haufen werfen und neue Erfahrungen machen? Nur wenn man etwas selbst erlebt, kann man auch entscheiden, ob es gut oder schlecht ist. Ausserdem wollte meine Frau unbedingt nochmals dahin. Und wenn das starke Geschlecht etwas will, wie kann man da als Gentleman widersprechen…!

Problem Visa

Es gab also genug Gründe, Indien zu besuchen. Und schliesslich waren wir frei: Im Juli 2014 verliessen wir unsere Heimat mit dem Ziel, Asien zu bereisen. Und ganz ehrlich: Eine Asien-Reise ohne Indien-Besuch ist nur eine halbe. Nachdem wir Russland mit der Transsibirischen Eisenbahn durchquert und die Mongolei bereist hatten, versuchten wir in China ein Visum für Indien zu kriegen.

Es blieb beim erfolglosen Versuch. Zu viel Papierkram, zu viele Kosten und vor allem: zu wenig Zeit. Wir merkten schnell, dass die Vergabe der Visa auch eine willkürliche Sache ist, die aber mit etwas Zusatzgeld gesteuert werden kann. Darauf wollten wir uns nicht einlassen und entschieden uns deshalb, nach Korea zu fliegen.

Kleingeld öffnet Türen

Trotzdem liess uns Indien nicht los! Egal wo wir waren, wurden wir in irgendeiner Form mit diesem Land konfrontiert. Es war wie verhext. Und als wir nach unserer Reise durch Korea und Myanmar in Bangkok ankamen, beschlossen wir, es in dieser Stadt nochmals mit einem Visa-Antrag zu versuchen.

Aber auch in Thailand wollte es anfangs nicht klappen. Kann es so schwierig sein, im Ausland ein Visum für Indien zu beantragen? Ja, es kann! Also sprangen wir über unseren eigenen Schatten, nahmen das nötige Kleingeld in die Hand, und siehe da… eine Woche später waren wir endlich im Besitz der ersehnten Papiere.

Nach einer vierwöchigen Tour durch Vietnam war es endlich soweit: In Ho Chi Minh wollten wir für unseren Flug nach Mumbai (mit Zwischenstop in Bangkok) einchecken. Wir wollten, doch die Airline wollte nicht – anscheinend war mit unseren Visas doch etwas nicht in Ordnung, und sie checkten uns nur bis nach Bangkok ein. Sollte denn wirklich nichts werden aus unserem Indien-Trip? In Bangkok angekommen, erwies sich alles als Irrtum – ohne Probleme durften wir den Weiterflug nach Mumbai antreten. Zum ersten Mal waren wir uns sicher: Wir werden heute noch indischen Boden betreten!

Endlich geschafft!

Am Zoll verlief alles reibungslos – und eine Stunde später, nachdem wir per Taxi das wohl grösste Verkehrschaos der Welt durchquert hatten, bezogen wir bei unserem Gastgeber das Zimmer. Das Abenteuer Indien konnte beginnen. Wohin uns die Reise führen sollte, war noch völlig offen. Wir waren einfach nur froh, nach all den Hürden und Hindernissen endlich hier zu sein.

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