Unterwegs in Süd-Indien (Teil 1)

Eine würzige Mischung aus Farbe, Religion und Abenteuer

„Indien ist wie Live-Kino: Egal wo man hinschaut, passiert etwas, das man vorher noch nie gesehen hat oder geglaubt hat, dass es das gar nicht gibt!“ Etwa so lassen sich unsere Eindrücke der letzten vier Wochen in diesem verrückten Land am besten zusammenfassen. All die kuriosen Gerüchte und Geschichten, die man sich über Indien erzählt, haben eine grosse Gemeinsamkeit: Sie sind wahr!

Kühe in den Strassen, bunte und lebendige Märkte, riesige Tempel, würziges Essen, aber auch Armut, Verkehrschaos und Abfallberge: das ist Indien!

Das Reisen hier ist nicht immer einfach – man muss vor allem drei Dinge mitbringen: Zeit, Geduld und Flexibilität! „Many many Indians travel in the train. You can not just buy ticket and go. You must make reservation many days before. You are not in your country!“ So kurz und knapp fasste uns ein Inder das Bahnsystem seines Landes zusammen. Wie recht er doch hatte.

Unsere bisherige Reise verlief viel langsamer als geplant. Es gab schlicht und einfach enorm viel zu entdecken und erleben, und wir brauchten wirklich Zeit, um all die neuen überwältigenden Eindrücke zu verarbeiten: Riesige, von Menschen angefertigte Tempel-Höhlen (Ellora und Ajanta), gigantische Burganlagen wie aus Hollywoodfilmen, abwechslungsreiche endlose Landschaften… und immer wieder die Begegnugen mit den Einheimischen. Wir haben absichtlich nicht die populärste Reiseroute entlang der südindischen Küste gewählt, sondern besuchten vor allem das Landesinnere. Dadurch kamen wir mit Menschen in Kontakt, die vorher noch kaum Weisse gesehen haben. Das Resultat: Die Inder hatten ein rieisges Interesse an uns! Wie Stars wurden wir immer wieder belagert, ausgefragt und vor allem fotografiert. In der Zwischenzeit dürften es weit über 1000 Fotos sein, die von uns geschossen wurden. Das braucht oft viel Zeit, aber die nehmen wir uns gerne: Roger Federer, der einzige Schweizer, den die meisten Inder kennen, nimmt sich ja auch immer viel Zeit für seine Fans.

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Aber auch wir kamen beim Fotografieren voll auf unsere Kosten: Indien ist das wohl dankbarste Land für Foto-Freaks: All die Frauen in ihren wunderschönen, bunten Saris, die Männer in ihren traditionellen Kleidern, und die Kinder mit grossen leuchtenden Augen, geben die schönsten Sujets ab. (Siehe unter Fotos Indien.) Dazu kamen all die Tempel und Rituale: Kein Land hat so eine bunte Religion wie Indien mit seinen über 3000 Göttern. Man hat den Eindruck, dass hier jede Bewegung und Handlung in einer Form mit Religion zu tun hat. Die Tempelbesuche sind immer ein Highlight. Zwar darf man nicht fotografieren, aber die Eindrücke, die man kriegt, gehen sowieso nie mehr aus dem Kopf. All die farbigen Zeremonien, begleitet von Feuer, Rauch und Wasser. Ein Feuerwerk für alle Sinne.

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Ja, wir lieben Indien – merkt man es? Dies hat aber auch mit unserer Grossfamilie zu tun: Wie oben erwähnt, auf „unserer“ Reiseroute verkehren nicht viele Touristen. Und diejenigen, die hier sind, trifft man früher oder später bestimmt. In unserem Fall hatten wir das Glück, dass dies alles ganz interessante und nette Leute waren, mit denen wir immer wieder in anderen Zusammensetzungen Ausflüge unternommen haben. Von Alter und Charakter völlig unterschiedlich (wir reisten in drei Generationen), verstanden wir uns alle prächtig und teilten vor allem eines: eine endlose Leidenschaft fürs Reisen und für Indien. Der älteste unserer „Familie“ war Luke, ein 75 jähriger amerikanischer Schauspieler. In den Staaten litt er an Depressionen. „Wenn ich hier morgens aus dem HOTEL gehe, die hupenden Autos und den Strassenlärm höre, und die stinkige, staubige Luft einatme, dann fühle ich mich glücklich und gesund!“, erklärte er uns. Kann man sich so als Leser wahrscheinlich kaum vorstellen, aber es ist wahr! In Indien liegt eine Magie und Energie in der Luft, die man einfach spürt, die anders ist als nirgendwo sonst. Dieser Zauber lässt aber spätestens dann (temporär) nach, wenn man etwas Falsches gegessen hat – und das passiert früher oder später bei jedem. Veronica war bisher verschont, Silvan ist nach einer Antibiotika-Kur (Antibiotika kriegt man hier so einfach wie bei uns Schokolade) wieder fit und munter.

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Die Eckpunkte unserer bisherigen Südindien-Reise waren Mumbai, Arungabad, Bidar, Bijapur, Badami, Goa und die unglaubliche Ruinenstadt Hampi. Wohin wir weiter gehen, wissen wir noch nicht genau: Das hängt vor allem auch von den Plänen unserer „Grossfamilie“ ab. Mitte März werden wir auf jeden Fall zurück nach Myanmar zu „unserer“ Schule reisen, und dort nochmals Englisch unterrichten. Und danach? Alles möglich – nur an eine Rückkehr in die Schweiz denken wir nicht.

Warum ist das Reisen in indischen Zügen so besonders? Und sind in den indischen Slums wirklich alle arm und kriminell? Antworten auf diese Fragen erhältst du etwa anfangs März. Spätestens dann posten wir neue, spannende Reiseberichte und wunderschöne Fotos, die du auf keinen Fall verpassen darfst!

Über Lob, Kritik & News aus der Heimat freuen wir uns immer. Bis bald – herzliche Grüsse, Silvan & Veronica

P.S.: Crazy India! Weiss jemand, warum das Gesetz hier vorschreibt, dass nur der Fahrer eines Motorrades einen Helm tragen muss und der Beifahrer nicht? Oder kann uns jemand erklären, warum Inder teilweise den Tee statt aus der Tasse aus dem Unterteller trinken (obwohl der Tee in der Tasse serviert wurde)??? Soll mal einer sagen, nur die Römer spinnen…

Affe, wenn er Silvan sieht

Affe, wenn er Silvan sieht

Affe, wenn er Veronica sieht...

Affe, wenn er Veronica sieht…

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