Erste Schritte in Australien…

Warum nach Australien??? 17 der 20 giftigsten Schlangen und Spinnen der Welt leben auf diesem Kontinent, in den Gewässern wimmelt es von bis zu 7 Meter langen Krokodilen, und baden kann man sowieso nirgendwo, da das Meer mit tödlichen Box-Jellyfishes (Quallen) und Haien verseucht ist. Also nochmals: Warum nach Australien?

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Ganz ehrlich: Es war eine kurzfristige und äusserst spontane Entscheidung: Im Internet fanden wir einen sehr günstigen Flug nach Darwin – ein paar Klicks, einen Tag Aufenthalt in Kuala Lumpur, und schon waren wir in Australien. (Dass wir mit der berüchtigten „Malaysa Airlines“ reisten, machte das Ganze zusätzlich etwas spannender. Aber trotz allen Negativ-Schalagzeilen um diese Airline: Der Flug war wunderbar!) In Darwin angekommen, wussten wir anfangs gar nicht, was wir anstellen sollten. Nach über neun Monaten Asien brauchten wir erst einige Momente, um uns in der „westlichen Welt“ wieder zurechtzufinden. Unser Plan war es, einen Campervan zu kaufen um den „roten Kontinent“ auf eigene Faust zu erkunden. Und dies ging erstaunlich schnell und unkompliziert: Nach nur drei Tagen waren wir bereits Besitzer eines alten Campervans, und nur zwei Tage später brachen wir auf ins „wilde australische Outback.“

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Dass alles so schnell und reibungslos ablief, ist vor allem zwei Personen zu verdanken: Dino und Winnie. Wir hatten das grosse Glück, dieses australisch-taiwanesische Paar kurz nach unserer Ankunft in Darwin kennenzulernen. Sie standen uns von Anfang an mit Rat und Tat zur Seite beim Autokauf und halfen uns, das alte Gefährt auf unser Abenteuer vorzubereiten. Am allerwichtigsten waren aber Dinos Tips über das Leben (und Überleben) im Outback: Der richtige Umgang mit wilden Tieren, Waldbrände, kleine Autoreparaturen… Kurz gesagt: Alles, was man fürs Reisen in dieser für uns total neuen Welt wissen sollte. Zum Beispiel ist es unerlässlich, immer einen vollen Benzinkanister mitzuführen. Tankstellen sind teilweise mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt – was aber noch lange nicht heisst, dass (wenn man mit leerem Tank dort ankommt) auch tatsächlich Benzin vorhanden ist.

Dino, Winney & Zoey

Dino, Winney & Zoey

Die unendliche Weite, die Einsamkeit und die endlosen Distanzen in Australien sind etwas wirklich Spezielles und für uns Europäer schlicht und einfach unvorstellbar! Man muss es erleben, um es zu glauben! Wir lernten beispielsweise Bernie, einen Pub-Musiker kennen: Sein „Arbeitsgebiet“ umfasst mehrere hundert Quadratkilometer: Er „beliefert“ regelmässig verschiedene Pubs im Northern Territory mit seiner Live-Musik und fährt dafür teilweise über 350 km durch entlegenste Gebiete von einer Kneipe zur nächsten um für Farmer, Chauffeure und Minenarbeiter Musik zu machen. (Unter „entlegene Kneipe“ verstehen wir: ein einsames Pub an der Strasse, das nächste Haus 20 Minuten und das nächste Dorf eine Stunde entfernt.)

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Auf unserer Reise besuchten wir u.a. den weltbekannten Kakadu oder den (noch viel schöneren) Lichtfield-Nationalpark mit seinen erfrischenden Wasserfällen. Immer wieder beeindruckend waren die leuchtroten Sonnenuntergänge und die wohl klarsten und schönsten Sternenhimmel, wie man sie nur im australischen Outback erleben kann! Unsere Reise führte uns weiter in die Katherine-Schlucht, zu den Edith-Falls und in Richtung Tennant Creek zu den wohl grössten Perlen der Welt, den „Devils Marbles“. Selbstverständlich verlief nicht alles ganz reibungslos, und zwischendurch hatten wir gar richtig Angst: Da war zum Beispiel dieses Buschfeuer, das uns plötzlich überraschte, als wir am Abend friedlich auf einem abgelegenen Campingplatz ein Glas Wein genossen. Oder der Dingo (australischer Wildhund), der etwas zu viel Interesse an Veronica zeigte („er wollte nur spielen!“). Oder die Schlange, die uns plötzlich auf einem Wanderweg überraschte (sonst trugen wir immer Schuhe zum Wandern – aber ausgerechnet an diesem Tag waren wir mit Sandalen unterwegs!) Jedoch verlief alles glimpflich – die am Anfang des Artikels erwähnten australischen Gefahren tönen für uns Europäer immer viel dramatischer als sie in Wirklichkeit sind! Wenn man sich aber an einige minimale Regeln hält, wird man ziemlich sicher nie in Gefahr geraten! In unserem Fall war das Buschfeuer von den Behörden unter Kontrolle (was wir natürlich erst im Nachhinein erfuhren!), der Dingo hätte Vero höchstwahrscheinlich auch ohne unsere Intervention in Ruhe gelassen, und die Schlange tat dies, was alle Schlangen tun wenn sie einen Menschen wahrnehmen: Sie versteckte sich augenblicklich.

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Was wir hier in „down under“ am meisten schätzen, sind die Offenheit, Freundlichkeit, Gelassenheit und den Humor der Australier – sprich „the Aussie way of life!“ Hier scheint es immer für alles eine Lösung zu geben. Und wenn es keine Lösung gibt, dann gönnt man sich ein paar Drinks und schaut wie die Welt am nächsten Tag aussieht. „No worries, mate!“ ist ein Motto, das sich in der Zwischenzeit auch auf uns übertragen hat.

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Besonders beeindruckt sind wir aber von der unkomplizierten Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft, die wir hier angetroffen haben. Stellvertretend dafür sind Dino und Winnie: Wir haben die beiden vorher noch nie gesehen – trotzdem haben sie uns von Anfang an wie beste Freunde behandelt und uns in allen Belangen unterstützt. Einfach so. Ohne sie wäre unsere bisherige Reise wohl kaum so schön und glücklich verlaufen. Oder Ray und Kay, auf deren Campingplatz wir im Augenblick wohnen und arbeiten, und die an Grosszügigkeit nicht zu überbieten sind… Aber was wir hier auf diesem Campingplatz genau tun und wo wir gerade sind erfährst du in unserem nächsten Reisebericht. Und der kommt bestimmt noch vor Juli… bleib dran!!

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Möchtest Du wissen wie es mit unserem Myanmar-Projekt weiter geht? Sorry, da müssen wir dich noch ein wenig um Geduld bitten. Nur soviel: Im Hintergrund läuft so einiges… wir hoffen, dass wir nächsten Bericht informieren können!

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Mehr Fotos im Menu unter „Fotos Australien 1“

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