Vietnams Märkte – oder „darf es bitte ein bisschen weniger authentisch sein?“

Vietnams Märkte sind die wohl aufregendsten von ganz Südostasien! Was man hier alles angeboten kriegt, ist nichts für schwache Nerven, und schon gar nichts für Tierfreunde! Aber beginnen wir mit dem harmloseren Teil, nämlich dem „Vegetarischen“: In keinem anderen asiatischen Land sind die Märkte so bunt wie in Südvietnam!

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Das Markttreiben beginnt in jedem Dorf bereits in den frühen Morgenstunden. Unzählige Früchte in allen Farben und Formen werden angeboten – Mangos, Ananas, riesige „Stinkfrüchte“ (Durian), Drachenfrüchte, Lychees… und auch ganz viele Früchte, die es anscheinend nur in Vietnam gibt.DSC_0175

Es riecht nach frischen Kräutern, Gemüse, Ingwer, Knoblauchpaste… Hier ist man am Puls des Lebens! Motorräder drängen sich zwischen den Kunden und den Verkaufsständen durch, Marktfrauen preisen ihre Ware an, und ein Lotterie-Verkäufer mit einem Affen auf dem Gepäckträger seines Fahrrades versucht seine Glücksscheine loszuwerden.

 

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Trotz moderner Einkaufszentren haben die Märkte ihre Bedeutung noch lange nicht verloren. Sie sind Dreh- und Angelpunkt des täglichen Lebens, absolut authentisch, von Vietnamesen für Vietnamesen – und nicht bloss Veranstaltungen für Touristen. Dies macht sich vor allem in der Fleisch-Abteilung bemerkbar. Zwischen Schweinelebern, Füssen, Ohren, Gedärmen etc. bahnt man sich seinen Weg zur Geflügel-Abteilung, wo unzählige geschlachtete Enten, Hühner, Wachteln oder andere Vögel zum Verkauf angeboten werden.

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Wem ein ganzes Huhn zu viel ist, kann auch gerne nur die Hühnerkrallen oder Enten-Eingeweide kaufen. Völlig ungekühlt, versteht sich. Übrigens: eine vietnamesische Spezialität sind befruchtete gekochte Eier – das Kücken ist schon deutlich erkennbar. Für uns eher gewöhnungsbedürftig… Lässt man sich von den intensiven Markt-Gerüchen nicht abschrecken, landet man schliesslich in der Fisch-Abteilung.

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In grossen und kleinen völlig überfüllten Bassins schnappen Fische verzweifelt nach Luft. Alle möglichen Arten von Krebsen zappeln und grosse und kleine Aale winden sich in ihren viel zu engen Becken hin und her. Ab und zu fällt ein Tier beim vermeintlichen Sprung in die Freiheit auf den Boden und verschwindet irgendwo unter einem Marktstand. In stoischer Ruhe nimmt die Verkäuferin einen zappelnden Frosch nach dem anderen aus dem Kübel, und ehe es die Frösche merken, finden sie sich in acht Stücke zerlegt in einem Plasticksack wieder… Es ist schrecklich, eklig, aber dennoch faszinierend zu sehen, mit welch gekonnten Griffen und in welcher Geschwindigkeit die Marktfrauen grosse und kleine Fische töten, zerstückeln oder filetieren.

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Unter einem Gitter windet sich ein Haufen Schlangen – auch sie warten, genau gleich wie die Ratten im Metallkäfig neben ihnen, bis ein Käufer kommt und sie in die Pfanne haut. Die Schildkröten, die ruhig übereinander gestapelt im Kübel nebenan sitzen, scheinen nicht zu ahnen, welches Schicksal sie in Kürze erwartet. Dass man in Asien auch Hunde und Katzen isst, war uns bekannt. Aber sie, im wahrsten Sinne des Wortes, „pfannenfertig“ auf dem Marktstand liegen zu sehen, liess uns die Lust auf Fleisch für einige Tage vergehen.

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Ganz klar: Wir lieben es, fremde Länder zu entdecken und möglichst echte und authentische Erfahrungen zu machen. Trotzdem wären wir manchmal froh, wenn es ein kleines bisschen weniger authentisch wäre…

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