Für „Ferien“ nach Thailand

Nach Myanmar brauchten wir dringend Ferien! So komisch dies auch klingen mag, so ernst ist es gemeint: Nach Monaten intensiven Reisens waren wir wirklich müde, und wollten einmal für längere Zeit am gleichen Ort sein, um all die tollen Eindrücke, Erlebnisse und Begegnungen zu verarbeiten.

Thailand war der ideale Ort dafür: Dort konnten wir all die Visa-Formalitäten für die Weiterreise erledigen, hatten (endlich wieder einmal) tolle Internetverbindung und traumhafte Strände praktisch vor der Haustüre. Vor allem die Visas brauchten viel mehr Zeit als erwartet. Dass bei der Vergabe dieser Visas nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht, Willkür herrscht und oft auch „Zusatzgelder“ fliessen (müssen), lernten wir schon in anderen Ländern. Besonders mühsam wird es aber dann, wenn man stundenlang vor einer Botschaft ansteht, endlich am Visa-Schalter ankommt und dann wieder weggeschickt wird, nur weil „über Nacht“ die Visa-Vorschriften geändert haben oder weil man einen Antrag statt mit schwarzem mit blauem Kugelschreiber ausgefüllt hat. Die Portion an buddhistischer Gelassenheit, die wir uns zuvor in Myanmar angeeignet haben, hat sich in diesen Situationen als sehr nützlich erwiesen.

Während unsere Visa-Anträge in Bangkok bearbeitet wurden, reisten wir zu verschiedenen Inseln in Süd-Thailand, die wir per Motorrad, auf- und auch unter dem Wasser erkundeten. Die wohl schönsten Strände mit weissem Sand und türkisblauem Wasser, gesäumt mit Kokospalmen und umrandet von steilen Kalkfelsen fanden wir in der Umgebung von Krabi. Der Strand aus dem Film „the Beach“ (mit Leonardo di Caprio) gilt zurecht als einer der schönsten auf der ganzen Welt.

Viel Zeit verbrachten wir mit Lesen oder mit dem Erstellen der Homepage für „unsere“ Schule in Myanmar (www.aungmyaeoo.com). Aber ganz ehrlich: So schön die Strände auch waren, wir merkten relativ rasch, dass Thailand definitiv nicht unser Reiseland ist. Der Massen- und Billigtourismus der letzten Jahre hat das Gesicht Thailands zu stark verändert, wenn nicht sogar zerstört. Pizzas und Hamburger sind einfacher aufzutreiben als Thai-Food. Und alle möglichen Parties (Vollmond, Halbmond, Leermond und wieder Halbmond) lassen die Nächte zum Tag werden und ziehen massenweise Party-Touristen an. All die Geschichten und Gerüchte zum Thema Thai-Sex-Tourismus sahen wir leider mit eigenen Augen bestätigt. Jedem das Seine – aber das war definitiv nicht unsere Welt. Ausserdem wurden wir zum ersten Mal auf der Reise krank und brauchten sogar Bettruhe. Nichtsdestotrotz: Wir genossen die Sonne und das Meer und das äusserst lebendige Bangkok, empfanden es aber fast als Weihnachtsgeschenk, als wir am 24. Dezember das Flugzeug in Richtung Hanoi (Vietnam) bestiegen und Thailand verlassen durften.

Alle nötigen Visas klebten in unserem Pass, wir waren gut ausgeruht und erholt und hatten – dank einer Einladung zum Mittagessen bei einer Thai-Familie – auch eine wunderschöne persönliche Begegnung mit den „Locals“, die uns sicher in Erinnerung bleibt. Kurz zusammengefasst: Wir waren bereit für neue Abenteuer in Vietnam!

Dieser Beitrag wurde unter Deutsch veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s