Bangkok 2001 – aus der Sicht eines jungen Backpackers

Liebe Blog-Leserinnen und Leser,

 Dieser Artikel hat nur indirekt mit unserer jetzigen Reise zu tun: Es ist ein Bericht, den ich als 23 jähriger Backpacker im Jahre 2001 an einige Freunde schrieb, nachdem ich zuvor mit einem Freund Kanada, USA, Neuseeland und Australien besucht und dann alleine nach Thailand weiterreiste. Ich musste laut lachen, als ich diesen Bericht bei meinem zweiten Besuch in Bangkok im Dezember 2014 wieder durchlas. Viel hat sich anscheinend nicht verändert. Aber lest selber…

Da ich im Augenblick alleine reise, brauche ich einfach jemandem, an dem ich meine Laune auslassen kann. Und nur ihr ausgesuchten Leute müsst dafür hinhalten! Und zwar geht es um meinen ersten Tag in Bangkok:

Schon im Flug hatte ich das grosse Glück, neben einem alten Sack zu sitzen, der keine Worte von sich gab, dafür in Körpersprache ein Genie war: möchte nicht wissen, wieviele hundert mal der auf diesem Flug volles Rohr und in absoluter Selbstveständlichkeit, ja sogar noch mit Genuss, zu mir rüber gefurzt hat!

Dann, endlich angekommen in Bangkok: Nach langem herumfragen wird mir endlich von einer Thai Frau gesagt, in welche Reihe ich mich am Zoll stellen soll. Hab ich so gemacht, und bin als letzter von ca. 50 Leuten in die Rheie angestanden. Nach ziemlich genau einer Stunde mühsamen wartens war ich endlcih an der Reihe. Dann der Höhepunkt: Dieser abgelöschte Typ am Schalter lacht blöd, und sagt mir monoton: „Falsche Reihe“. (Mein Gedanke: „Verdammter Idiot!“) Und ich musste  mich in eine andere Rheie stellen, nochmals 50 Leute, nochmals zu hinterst…. und das am morgen um 2.00 Uhr. Das war das erste Mal auf der ganzen Reise, dass ich beinahe amok gelaufen wäre!!!

Anyway, um 3.00 war ich endlich im Hotel, und wollte mich genüsslich und schwungvoll auf die Matratze legen. Erster Gedanke beim Aufprall: „Aua!!!“

Grund: Die Matratze ist ein Brett mit 2 Wolldecken und einem Leintuch darüber. Schlaf, Kindlein schlaf, wie im Stall das Schaf!

Nun zur Stadt: In Bangkok wird in jeder Strasse und jeder Gasse alles angeboten, was man überhaupt anbieten kann. Was nicht halbverfault oder halbtot am Boden liegt, wird noch verkauft. Tot oder lebendig. Oder ein wenig von beidem. Und es gibt sooooo viele von diesen Essens-Ständen, es kann gar nicht so viele Leute geben, die das Zeugs alles fressen. Auf alle Fälle ist mir die Lust aufs Frühstück zwischen Schweineköpfen, Hühnerkrallen, gebratenen Bananen und Fischeingeweiden vergangen.

Das Mitagessen war dann cooler. Am Tisch neben mir sass ein älterer Mann. Mein Gedanke: Das ist das typische Beispiel fuer einen alten geilen Sextourist. Hab mich  dann per Zufall mit ihm unterhalten. Fact: Er sieht aus wie 50, ist aber 72 jahre alt. Seit langem ist er in Asien am rumreisen (Thailand, Bali, Laos, Vietnam, China……….), mit Bus oder Bike. Und er sagt, er brauche es richtig, in entlegene Gebiete zu gehen, wo kein Mensch hingeht, und keine Sau ihn versteht. Das sei richtiges Leben für ihn. Dieser Typ hat doch style, oder!!??

Zum Verkehr in Bangkok: Zwei Sachen hab ich mehr oder weniger unfreiwillig ausprobiert: Das eine ist der „Tuk Tuk“, quasi eine 3 Rad Kutsche mit Motor. Hat sich nicht bewährt, da man vor lauter Abgas nichts sieht, und beinahe verstinkt hintendrauf. Dann das Motorrad-Taxi, wo man hinten auf dem Töff sitzt. Solange man seine Knie eng macht, hat man alles in der eigenen Macht mögliche gemacht für die Sicherheit. Der Rest liegt – wie beim Tuk Tuk – beim Fahrer. Und die scheinen mit dieser Macht zu spielen. Gott, hab ich gebetet und gezittert, und gezittert und gebetet. Wie wir ohne Unfall angekommen sind, ist mir jetzt noch ein Rätsel. Verkehrsregeln scheint es in Bangkok nicht zu geben. Aber Unfälle komischerweise auch nicht.

Diese Verkehrsmittel sind preislich zwar günstig, aber sie haben einen Haken: Man sagt dem Fahrer wo man hinwill, aber er fährt das Ziel nur auf indirektem Weg an. Zuerst wird bei einem Shop gehalten, mit dem er irgendeinen Vertrag hat. Und bevor man nicht in diesen Shop reingeht (kaufen muss man nichts, nur reingehen) wird strikte nicht weitergefahren.

Dann wollte mir ein angeblicher Universitätsprofessor Edelsteine andrehen. Er wollte mich zum essen einladen, und mir irgendwelche Saphire und Zeugs unterjubeln, mit der Begründung, ich könne das zu Hause zum doppelten Preis wiederverkaufen. Er wollte mir ja nichts „aufschwatzen“, darum hat er mir ja auch in jedem zweiten Satz erklärt, wie einfach ich das Zeugs mit der Kreditkarte kaufen könne, und je schneller ich kaufe, desto günstiger. (Ja, liebe Leute, was ist das für ein Land wo „Universitätsprofessoren“ es nötig haben, als Nebenjob Touristen mit gefälschten Edelsteinen bescheissen müssen.)

Die Geschichte könnte noch lange weitergehen, der Tag war erlebnisreich. Aber einzigartig. Denn morgen verlasse ich diese stinkende Stadt in Richtung Norden. Hab bereits nach einem Tag definitiv genung davon.

Danke auf alle Fälle fuers zuhören resp. lesen.

Und bitte um Verständnis.

Silvan – auf der Flucht!

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