In China auf der Farm

Wir wollten den Millionenstädten, Touristenattraktionen und Menschenmassen Chinas ein wenig entfliehen, um das Alltagsleben der Menschen näher kennen zu lernen. Dies geht am besten, wenn man mit/bei Einheimischen arbeitet. Deshalb haben wir uns auf ein Inserat gemeldet, in welchem freiwillige Arbeiter auf einer Bio-Farm/Schule in einem „sehr kleinen Dorf“ in Südchina gesucht wurden. (Bei unserer Ankunft merkten wir dann auch gleich, dass ein „sehr kleines Dorf“ in China etwas anderes bedeutet als in der Schweiz: Unser „sehr kleines chinesisches Dorf“ zählt 40’000 Einwohner, von denen mehr als die Hälfte in der grössten Fabrik dieses „Dorfes“ arbeitet. Zum Vergleich: Die Schweizer „Stadt“ Kreuzlingen zählt 20’000 Einwohner…)

Äusserst herzlich wurden wir von Dumpling und John und ihren beiden Kindern Summer und Eva empfangen und in das Leben der Farm eingeführt. Dieses Schul- und Farmprojekt ist etwas völlig einzigartiges in China: „Bio“ ist für die meisten Chinesen ein Fremdwort, und Schule bedeutet in erster Linie striktes Lernen, Prüfungen bestehen und Hausaufgaben. Und das schon für kleinste Kinder. Genau das wollten John und Dumpling ändern: Sie haben alles auf eine Karte gesetzt und mit viel Fleiss und Idealismus ihren Lebenstraum mit diesem Projekt verwirklicht. Nachdem die beiden einige Rückschläge erleiden mussten, ist nun die Aufbauarbeit beinahe beendet und schon bald werden die ersten Kinder diese Schule besuchen.

Summer (boy on the farm)

Summer (boy on the farm)

Zusammen mit „Kiwi“, einer jungen chinesischen Mutter, haben wir voller Elan bei der täglichen Arbeit mitangepackt. Nach knapp drei Monaten Reisen war es eine gute Erfahrung, wieder einmal richtig zu arbeiten!

Die Tätigkeiten waren angenehm – vor allem, weil wir immer wieder zum Pause machen ermuntert wurden 😉

Besonders spannend waren jeweils die Mittag- und Abendessen mit der Familie: John und Dumpling haben uns jeden Tag mit neuen Köstlichkeiten der südchinesischen Küche verwöhnt und uns Interessantes über das Leben in diesem kontroversen Land erzählt. Während Stunden haben wir über Schule, Erziehung, China, Schweiz, Gott und die Welt diskutiert , gelacht oder zusammen Gitarre gespielt. Noch nie haben wir für unsere Arbeit so viel Wertschätzung und Dankbarkeit gekriegt! Wir waren wirklich ein Teil der Familie: Abends wurden wir ins Restaurant eingeladen, auf Ausflüge oder zu Familienbesuchen mitgenommen… (und jeden Mittag und Abend hat John extra ein kaltes Bier für mich bereit gestellt). Hier haben wir das „echte China“ hautnah kennen gelernt! Einige der schönsten Momente unserer Reise durften wir ganz klar auf dieser Farm erleben.

Eva (girl on the farm)

Eva (girl on the farm)

Die Tage hier vergingen wie im Flug! Zu unserem Abschied nach zehn Tagen haben John und Dumpling ein Fest organisiert, bei dem wir den interessierten Gästen einen Vortrag über unsere Reise, die Schweiz und das Schweizer Bildungssystem halten durften. Ein ganz besonderer Moment war, als wir bei diesem Fest einigen Chinesen das Zopf backen beibringen durften.

Silvan teaches Chinese Women how to bake "Zopf"

Silvan teaches Chinese Women how to bake „Zopf“

Wir wünschen John & Dumpling von ganzem Herzen, dass ihr Projekt Erfolg hat und sie ihre Ziele erreichen dürfen!

(Auf dieser Farm/Schule werden immer Helfer gebraucht: Wer Lust hat, für „Kost und Logis“ auf der Farm mitzuarbeiten, in der Schule zu helfen (z.B. Englisch unterrichten) und ein authentisches China-Erlebnis möchte, soll sich ungeniert bei uns melden! Gerne vermitteln wir euch weiter…)

Farewell-Party for Silvan & Vero on the farm

Farewell-Party for Silvan & Vero on the farm

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