China: Gigantisch, faszinierend und erschreckend

Wolkenkratzer, Millionen-Metropolen, High-Speed-Züge, Chinesische Mauer… das alles haben wir vor einem Jahr auf unserer ersten China-Reise kennen gelernt. Damals haben wir uns so richtig in China verliebt – die phantastische Küche und die unaufdringlichen, netten Menschen blieben uns in bester Erinnerung. Deshalb wollten wir dieses Land nach der Mongolei unbedingt noch einmal besuchen.

Guangzhou (close to Hong Kong)

Guangzhou (close to Hong Kong)

Nach einem Wiedersehen mit Freunden in Peking reisten wir weiter nach Xi’an, der „Heimat“ der über 8’000 Terracotta-Soldaten. Diese über 2000 Jahre alte Ton-Armee zu sehen war ehrlich gesagt nicht besonders beeindruckend – von Fotos wussten wir ja ziemlich genau, was uns erwarten würde. Beeindruckend war es jedoch, diese Krieger von nahe anzusehen: Keiner war gleich wie der andere, jeder ein Unikum, bis ins kleinste Detail: Gesichtszüge, Schuhsohlen, ja sogar die Handlinien waren eingezeichnet. Fasziniert waren wir auch von der Arbeit der Archäologen, wie sie es geschafft haben, diese zerstreuten Tonscherben wieder zu Soldaten zusammenzukleben!

Lots of work for the archeologists

Viel Arbeit für die Archäologen

Terra Cotta Armee

Terra Cotta Armee

In Xi’an haben wir auch Daniel, unseren chinesischen Freund unserer letzten China-Reise wiedergetroffen: Zusammen mit ihm und seinem Uni-Kollegen haben wir den Mount Hua, einen der fünf heiligen chinesischen Berge bestiegen. Dank diesem Gipfel-Erlebnis ist uns jetzt lebenslanges Glück garantiert – neben der schönen Wanderung entlang den wohl steilsten Felswänden der Welt nehmen wir diesen angenehmen Nebeneffekt natürlich gerne an! Dank unseren beiden chinesischen Freunden sind wir so einmal mehr mit dem „echten“ China in Kontakt gekommen, durften an Orten essen wo sonst keine Touristen hinkommen und haben viel Interessantes über das Leben in diesem riesigen Land gelernt.

with our Chinese friends on the top of Mount Hua

with our Chinese friends on the top of Mount Hua

Auf einer dreitägigen Flussfahrt auf dem Yangtse-River haben wir die weltbekannten drei „grossen Schluchten“ und den immensen Yangtse-Staudamm besucht. Der wohl weltgrösste Staudamm ist zwar sehr imposant anzusehen – bei der Bevölkerung ist er jedoch nach wie vor sehr umstritten: Gründe dafür sind u.a. die über 1,3 Mio Menschen, die für dieses Projekt umgesiedelt werden mussten, oder die unvermeidbare Zerstörung der Natur.

Egal was ihr bisher über die chinesische Küche gehört habt: Ihr könnt sicher sein dass alles stimmt! Dass hier Hunde, Katzen, Bergmolche, Frösche, Schlangen etc. gegessen werden, und dass Schweinenasen, Entenzungen und Affenhirne Delikatessen sind, weiss ja in der Zwischenzeit jeder. Aber dass ganze Schildkröten in die Friteuse geworfen und aschliessend gegessen wurden, das hat uns dann doch etwas erstaunt! Aber wir sind tapfer – fast alles, was uns zum Essen angeboten wurde (ausser dem vorher genannten), haben wir neugierig probiert. Unsere jüngste Erkenntnis: rohe Fischhaut mit Sojasauce schmeckt ganz gut. Leider vergeht uns teilweise aber der Appetit, wenn wir das absolut schmutzige Wasser (und Land) sehen, wo diese Tiere leben müssen. Wolkenkratzer und Städte sind in China in den letzten Jahren buchstäblich wie Pilze aus dem Boden geschossen. Leider wurde vor lauter Bauen die Natur vergessen. Einem sinnvollen Abfall-Entsorgungs-System oder einer Andeutung von Recycling sind wir bis jetzt leider noch nicht begegnet.

ganz hinten: die frittierte Schildkröte

ganz hinten: die frittierte Schildkröte

Auch über die chinesische Regierung haben wir nicht nur Gutes gehört. Was „chinesische Demoktratie“ heisst, wissen wir spätestens wieder seit den Demonstrationen der letzten Tage in Hongkong. Erschreckendes haben wir auch über die (gottseidank in der Zwischenzeit gelockerte) Einkind-Politik gehört: Von schwangeren Frauen, die im 8. Monat (!) vom Staat zur Abtreibung gezwungen wurden, von Menschen die von der Arbeit geholt und Zwangssterilisiert wurden etc. Aber es gibt auch ganz grosse Lichtblicke: Dazu gehören unsere chinesischen Freunde John & Dumpling! Sie haben im Süden von China, nahe der Metropole Guangzhou, mit viel Idealismus eine kleine Bio-Farm (ein ziemlich einzigartiges Projekt in China) mit einer Privatschule eröffnet. In dieser Schule dürfen die Schüler ein „schülergerechtes“ Lernen erleben, welches auch genug Zeit zum Spielen beinhaltet. Auch das ist für China ein mutiges und einzigartiges Projekt. Auf dieser Farm haben wir während 10 Tagen tatkräftig mitgeholfen und dabei einmal mehr unzählige wertvolle Erfahrungen und Eindrücke gesammelt und China von einer ganz anderen Seite kennen gelernt. (Mehr über unser Farm-Erlebnis im Artikel „in China auf der Farm.“)

Working on the Chinese Farm

Working on the Chinese Farm

Vieles was wir in diesem Artikel über China geschrieben haben ist erschreckend. Wir würden (und werden) aber bestimmt ein drittes Mal nach China reisen! Das Land hat enorm viel zu bieten, und die Freundschaften, die wir hier geschlossen haben, möchten wir auf jeden Fall aufrecht erhalten. Lasst euch also nicht abschrecken! China ist immer eine Reise wert!

Und wie geht es weiter mit uns? Nach langem planen, entscheiden, umplanen und neu entscheiden besuchen wir als nächstes das Land, das wir von Anfang an nach China besuchen wollten: Südkorea.

Was wisst ihr über dieses Land? Auch (noch) nicht so viel? Wir auch nicht! Deshalb gehen wir hin. Wir werden Euch so bald als möglich mehr darüber erzählen. Bleibt dran…

Beste Grüsse,

Silvan & Veronica

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